Woher kriege ich einen Treiber für eine USB-Festplatte für Linux?
Ich habe eine USB-Festplatte an meinem Computer angeschlossen, aber der erkennt die Platte irgendwie nicht. Also, immer wenn ich den USB-Stecker reinstecke, blinkt diese Lampe an der Festplatte ein paar Mal und dann leuchtet sie dauernd und es passiert nichts mehr. Woher kriege ich einen Treiber für Linux, damit die Festplatte angezeigt wird? Die Festplatte ist eine “WD Elements External Hard Drive 500 GB Plug and Play USB 2.0″.
Bei einem Freund funktionierte die Platte, aber der meinte, der Treiber ist in so einem Programm, das “Kernel” heißt, dabei. Das habe ich auch runtergeladen, aber ich kann es irgendwie nicht starten. Ich bin mir auch nicht sicher, welches das richtige Programm ist, bei www.kernel.org gibt es so viele Programme, aber die gehen alle nicht.
Wer weiß, wo ich jetzt den richtigen Treiber finde? Was brauche ich genau und wie kann ich es installieren? Bitte einfach erklären, dass es jeder versteht. Danke!
auf kino.to
Welches Linux nutzt du ? Welche Distribution ? Wenn du das heraus bekommen hast, dann gehe auf die Webseite deines Distributors dort wird es ein Forum oder Chat geben und da können dir dann die Spezialisten und andere User sehr gut weiter helfen.
Es ist noch kein Root User vom Himmel gefallen. Wir haben alle einmal klein angefangen.
Linux sollte man erst benutzen, nachdem man dieses Betriebssystem gründlich mehrere Monate lang studiert und begonnen hat, seine Grundlagen zu verstehen. Es scheint, als hättest du diese Phase einfach übersprungen; das rächt sich nun.
Vielleicht braucht die Festplatte mehr Strom, und du musst zwei USB-Stecker anschließen
Mahlzeit.
Der Kernel ist weder ein Treiber noch ein Programm. Vielmehr versteht man darunter den inneren Kern des Betriebssystems. Heißt: Man kann ihn nicht einfach per Doppelklick wie ein Programm starten und man auch nicht nach belieben einen herunter geladenen Kernel einfach so bei sich installieren, ohne das dabei etwas zu Bruch geht.
Wenn es größere Treiberprobleme hat, kann es sehr hilfreich sein, sich einen Kernel im Quelltext zu laden, diesen per Script mit den nötigen Treiberparametern zu versehen und ihn anschließend zu kompilieren und einzubinden.
Für eine USB-Festplatte braucht es das in der Regel aber nicht. Die meisten modernen Kernel bringen deren Unterstützung bereits von Haus aus mit. Allerdings kann es je nach Konfiguration des System durchaus erforderlich sein, das man eine USB Festplatte erst mounten, sprich ins Dateisystem einhängen muss, bevor man darauf zugreifen kann.
Wenn Dir mounten allerdings genauso fremd ist wie Kernel, solltest Du erst mal mit Windows arbeiten und ein Buch über Linux lesen. Und wenn Du das Buch dann gelesen hast, lies es noch mal, weil Du beim ersten Mal nicht alles verstanden hast. Und danach liest Du es am Besten noch mal, kannst aber beim Lesen dann schon mal anfangen Linux zu installieren.
Der Kernel ist nicht beinfach ein Programm oder gar ein Treiber, den man so einfach herunterladen und installieren kann, sondern es ist das grundlegende Hauptprogramm eines Betriebssystems. Sozusagen der Grundstein. Bei Windows wird Hardwarte durch Treiber behandelt, die beim Systemstart geladen werden. Bei Linux wird aber die wichtigste Hardware gleich in diesen Kernel eingebaut. Das was du dir da bei Kernel.org herunterlädst, ist quasi nur das Rohmaterial, aus der man sich, wenn man es dann genau beherrscht seinen, genau auf den Rechner abgesatimmten Kernel bauen kann, der eben Hardware, die man ohnehin nicht hat erst gar nicht zu unterstützen versucht. Nichts also für Linux-Anfänger.
Darum haben diese Aufgabe, den Kernel für alle mögliche, aktuell genutzte Hardware fit zu machen die Hersteller der sogenannten Distributionen zur Hauptaufgabe gemacht. Die Unterstützung der USB-Platten ist in neueren Linux-Distros zumeist nativ drin.
Also vergiss es, eine Anleitung zum kompilieren eines für deinen Rechner geeignetzen Kernels – mit dem dein Linux hinterher auch noch läuft – und dann so, das das jeder wirklich kapiert geht leider nicht, denn das ist eines der kompliziertesten Dinge, die dir in Linux über den weg laufen können – und jeder noch so kleine Fehler führt zu einem Linux das nicht mehr startet!