Warum schaden sich grosse Zeitschriften mit ihrem Internetauftritt selber?
Ich habe mir früher oft Zeitschriften, wie den Stern, Spiegel oder andere gekauft.
Aber mittlerweile haben sie ein so gutes Internetangebot, dass das kaufen nicht mehr nötig ist.
Klar, im Internet verdienen sie auch gut an der Werbung.
Aber schaden sie sich nicht selber, wenn die gedruckte Auflage dadurch zurückgeht?
Ich bin bestimmt nicht der einzige, der mittlerweile mehr Zeitschriften im Netz liest, anstatt sie zu kaufen.
Einzig unsere Tageszeitung mit Regionalteil beziehe ich noch über ein Abo.
Da bist Du nicht der Einzige: Meine Regionalzeitung lasse ich mir auch nicht nehmen. Aber gute Zeitschriften wie z.B. die c’t kaufe ich mir ab und zu am Kiosk, und ich bestelle mir auch gerne mal ein paar “Sonderausgaben”, zum Beispielgerne die Telepolis-Ausgaben, wenn’s um alternative Energien geht. Der “Spiegel” macht’s ja genauso mit seinen Sonderheften, und den kostenpflichtigen “Dossiers” im Internet. — Den “Stern”, das muss ich ehrlich sagen, lese ich nicht.
Und, äh: Werbung? Welche Werbung? Ich gebe gerne zu, dass ich diesbezüglich ein Ferkel bin, weil ich einen Werbefilter benutze, und ein noch größeres Schwein, weil mein Browser keiner Website sagt, wo ich gerade herkomme. Wenn die Werbefuzzis einfach nur Banner einblenden würden, die nicht blinken, hätte ich nicht zu solchen Maßnahmen gegriffen; aber da alles, was Werbung ist, meistens blinkt und zappelt, sehe ich das als Selbstschutz an.
Die Zeitschriften schaden sich nicht selbst, denn auch die gedruckte Zeitschrift bringt nicht unwesentliche Werbeeinnahmen. Der Preis deckt nur einen Teil der tatsaechlichen Kosten. Im Internet hat man keine Kosten pro Heft (durch Druck/Papierkosten), d.h. der Gewinn durch Werbung ist noch hoeher und man erreicht auch Zielgruppen, die vielleicht kein Abo bezahlen wuerden. Ausserdem weichen die Inhalte zwischen Internet und Heft ab. So hat man durchaus einen Grund beide Formate zu konsumieren. Ich jedenfalls mag beides. Google ist ein sehr gutes Beispiel, wie man im Internet mit Werbung sehr viel Geld machen kann. Nicht umsonst schaltet diese Firma ihre Werbung nicht nur auf fremden Websites sondern entwickelt auch sehr aktiv eigene Services, wie zum Beispiel Google Mail.
Da hast Du gar nicht unrecht das schlimme ist nur dass die Verlage gar nicht soviel an der “Virtuellen” Werbung verdienen wie an den klassischen Anzeigen. In den USA sind deshalb schon Zeitungen pleite gegangen. Auch den mit den deutschen Verlagen geht eher ab statt aufwärts deshalb besser Kiosk statt I-Net! Außerdem kommen die meisten Printausgabe und dann ins netz besonders die selbst recherchierten Artikel werden immer erst abgedruckt bevor sie kostenlos ins Netz gestellt werden.
Ja schon, aber der Schaden dadurch sich ganz aus dem “internet” zurückzuzehen, wär größer.
Die schlucken die saure Pille schon nicht gern….
Das glaube ich nicht. Diese Art von Zeitschriften wird trotzdem noch oft gekauft. Sehe ich oft im Zug, im Flugzeug, …. Diese Klientel wird nicht verschwinden. Ich gehör auch dazu. Außerdem sind das die Zeitschriften, die du auch oft in Hotels und an Stellen findest, wo sich das meiste ums Geschäft dreht. Und die werden ja auch vorher gekauft.
Ich habe “Spiegel” abboniert und schaue trotzdem täglich bei spiegelonline.de rein. Da finde ich immer noch nützlich Zusatzinfo’s.
Das gleiche kann ich von “Natual Geographic” und “GEO” sagen.
Ich denke mal, sie werden vorher eine genaue Analyse und Marktstudie gemacht haben. Z.B.werden viele durch die Internet Ausgabe vielleicht erst angeregt, sich die Print Ausgabe zu kaufen. Die Online Fassung kann man schliesslich kaum irgendwohin mitnehmen und kann sie praktisch immer nur am PC lesen.