Stellen Sie Video-Portale im Internet, die Konkurrenz zu den traditionellen Fernsehen?

2 Responses

  1. ► Video-On-Demand-Portale: Ja und nein.

    ► Konkurrenz stellen sie schon dar.

    ► Allerdings keine grosse Konkurrenz, denn das Film-Angebot ist häufig noch recht dürftig, und für das Anschauen etlicher Filme muss man bezahlen.

    ► Schaue mal hier:
    http://www.chip.de/artikel/Vergleichstest-Video-on-Demand-Portale_36987813.html

    ► YouTube ist höchstens eine Ergänzung zum Fernsehen, und ältere Filme liegen noch in Nicht-HD-Qualität vor.

    ► Bei YouTube sind auch viele Videos gesperrt und können in Deutschland höchstens per Proxy angesehen werden.

  2. Da wird sich nach meiner Einschätzung die alten Fernsehsender mit Antipirateriekampagnen und Zugangsbeschränkungen in den nächsten Jahren noch massiv gegen stemmen. Das wird dann Inhalte wie eingekaufte Serien und Filme betreffen.
    Andererseits sieht man jetzt schon, dass einige Sender selbst Videoportale einrichten, wo man dann Eigenproduktionen abrufen kann.
    Ich denke eher, dass es, wie bei vielen heute schon, auf eine Mischnutzung hinauslaufen wird. Manchmal ist es nämlich recht entspannend, einfach die Fernsehkiste an zu werfen und sich einfach mit der Vorauswahl der Sender berieseln zu lassen. Da will man gar aktiv eingreifen, was ja die eigentliche Stärke des Internets ist.
    Letztendlich sind das Internet und die Fernsehübertragung eben nur die Verbreitungswege der betreffenden Informationen. Deshalb bin ich auch der Auffassung, dass beides immer stärker ineinander verschmelzen wird.
    Heute schon ist die Trennlinie zwischen Unterhaltungselektronik auf der einen Seite und Informationstechnik und Computern auf der anderen Seite nicht mehr richtig eindeutig zu ziehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass in vielleicht 10 oder 15 Jahren Fernseher generell mit eingebauter Computerhardware, Browsern oder ähnlichem bestückt sind, oder einen Media-PC als Settopbox angeschlossen haben. Ich kenne jetzt schon einige Leute, die ziemlich selbstverständlich einen Computer im Wohnzimmer stehen haben, der als Media-Center und zum gelegentlichen Surfen genutzt wird. Das ist heute schon also nichts exotisches mehr.

    Bei der ganzen Situation darf man aber auch nicht vergessen, dass die ganzen Fernsehsender ihre eigenen Interessen haben dürften. Dabei kann ich mir gut vorstellen, dass gerade bei uns in Deutschland, wo der öffentlich-rechtliche Rundfunk immer schon massiv auf die Politik einwirken konnte, diese Sender die Entwicklung hin zum Internet auch massiv behindern könnte und somit eine ‘natürlichere’ Entwicklung deutlich blockieren wird.
    Der Konsument wird dabei nach meiner Meinung die Hinwendung zum Internet schrittweise mitziehen. Nichts ist schließlich attraktiver als Inhalte dann zu sehen, wann und wo es mir passt.
    Neben der Produktion von Inhalten sehe ich die Rolle der Fernsehsender dann auch deutlich verändert. Denen wird dann wohl eher die Rolle des Informationsaufbereiters zukommen, also eher die redaktionelle Aufbereitung und Selektion von Inhalten. Da das andere jetzt schon machen und sie im Internet auf Konkurrenz stoßen werden, die sie heute wohl nicht einmal erahnen, werden sie in der Zukunft ständig ihre Daseinsberechtigung beweisen müssen.

    Eigentlich gibt es jetzt schon Anzeichen für die schwindende Relevanz des Fernsehens als Leitmedium. Trends werden heute immer häufiger im Internet gemacht. Print und Fernsehen haben da in vielen Bereichen ausgedient. Musiksender sind keine Musiksender mehr, weil kaum jemand sie wirklich vermisst, weil man sich alles auf Videoportalen ansehen kann. Mehr und mehr Leute schauen Fernsehserien nicht mehr im Fernsehen, sondern über illegale Kanäle im Internet oder über die immer früher veröffentlichten DVDs oder BluRays. Das Konsumverhalten der Zuschauer ändert sich also jetzt schon, von manchen großen, populären Live-Sendungen abgesehen. Diese ‘Abweichler’, die jetzt schon immer weniger ‘klassisches’ Fernsehen konsumieren, wird man auch kaum zurückgewinnen können. Dabei ist es jetzt schon absehbar, dass man mit den Restriktionen, die für das Digitalfernsehen der Zukunft jetzt schon geplant sind, nämlich die Aufzeichnung, Kopieren, Spulen und Werbung wegschalten zu verhindern, durchsetzt, dann könnte man eher noch mehr Zuschauer vergraulen, ähnlich wie bei dem Debakel mit den Kopierschutzmechanismen von Musik-CDs.

    Für das traditionelle Fernsehen sieht es nach meiner Einschätzung in vielen Bereichen alles andere als rosig in der Zukunft aus. Das Internet wird mit Sicherheit zum bestimmenden Faktor der ganzen Branche. Wann das wie stark eintreten wird, ist für mich noch nicht konkret einzuschätzen, aber das sich was ändern wird, kann man jetzt schon beobachten.

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